Finissage mit Interkulturellem Musikcafé

In Kooperation mit der InZeitung Freiburg lud die Begegnungsstätte des Stifts am 17. September 2017 zur Finissage mit Interkulturellem Musikcafé ein. In der zu Ende gehenden Ausstellung im Haus Schloßberg zeigten Alexandra Heneka und Reinhardt Jacoby in ihren Fotos "Begegnungen zwischen Generationen und Kulturen“. Passend zu diesen Motiven trugen Murat Kücük, Satis Shroff, Susanne Einfeld, Herbert Scheurer und Alexander Sancho-Rauschel Texte und Lieder zum Thema Begegnung vor. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September 2017 im Haus Schloßberg zu besichtigen.

In Kooperation mit der InZeitung Freiburg lud die Begegnungsstätte des Stifts am 17. September 2017 zur Finissage mit Interkulturellem Musikcafé ein. In der zu Ende gehenden Ausstellung im Haus Schloßberg zeigten Alexandra Heneka und Reinhardt Jacoby in ihren Fotos "Begegnungen zwischen Generationen und Kulturen“. Passend zu diesen Motiven trugen Murat Kücük, Satis Shroff, Susanne Einfeld, Herbert Scheurer und Alexander Sancho-Rauschel Texte und Lieder zum Thema Begegnung vor. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September 2017 im Haus Schloßberg zu besichtigen.

Haus Schloßberg · Freiburg

Finissage mit Interkulturellem Musikcafé

		
		
Die Fotos aus der Ausstellung im Haus Schloßberg inspirierten den renommierten Dichter Satis Shroff zu drei beeindruckenden Gedichten.
Christiane Mihm, Leiterin der Begegnungsstätte, moderierte den kulturreichen Nachmittag.
Der Schriftsteller Murat Kücük lud zur Begegnung mit türkischen und arabischen Liedern ein.
Seiner 88 Jahren ungeachtet sang Herbert Scheurer, Bewohner aus dem Carl-Mez-Haus, mit beeindruckender Stimmkraft deutsche Schlager und Seemannslieder.
Alexander Sancho-Rauschel, Pressesprecher der Stadt Freiburg und der Stadt Emmendingen, stellte die InZeitung vor und erläuterte in einem seiner Texte die Bedeutung der "Familiensprache".
Susanne Einfeld brachte zur Veranschaulichung eines bedrohten Wortes auch gleich einen Tischläufer als typische "Aussteuer" mit, was früher gleichbedeutend mit einer Mitgift war.
In Kooperation mit der InZeitung Freiburg lud die Begegnungsstätte des Stifts am 17. September 2017 zur Finissage mit Interkulturellem Musikcafé ein. In der zu Ende gehenden Ausstellung im Haus Schloßberg zeigten Alexandra Heneka und Reinhardt Jacoby in ihren Fotos "Begegnungen zwischen Generationen und Kulturen“. Passend zu diesen Motiven trugen Murat Kücük, Satis Shroff, Susanne Einfeld, Herbert Scheurer und Alexander Sancho-Rauschel Texte und Lieder zum Thema Begegnung vor. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September 2017 im Haus Schloßberg zu besichtigen.
Der Nachmittag bot einen bunten Strauß der Sprachen, Genres und Epochen. Von alten deutschen Schlagern über nepalesische Gedichte bis zu türkischen Liebesliedern hielt das Interkulturelle Musikcafé sein Versprechen, die Generationen und Kulturen zusammenzubringen.
Nach der Begrüßung durch Christiane Mihm, Leiterin der Begegnungsstätte, stellte Alexander Sancho-Rauschel die InZeitung vor, die sich der Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen innerhalb Freiburgs verschrieben hat. Die Zeitung erscheint regelmäßig und ist dem Amtsblatt beigelegt. Beim nächsten Leeren des Postkastens sollte daher das Amtsblatt allein schon wegen der InZeitung besser nicht direkt in den Papierkorb wandern.
Satis Shroff, Dozent an der Universitätsklinik Freiburg und nebenbei Maler, freier Autor und Dichter, hatte in diesem Jahr für sein lyrisches Werk den Pablo-Neruda-Preis gewonnen. Er machte die Motive der Fotoausstellung zum Gegenstand seines poetischen Schaffens und trug drei selbst verfasste Gedichte vor. Ein Foto von Dieter Löffler, dem Clown, der in regelmäßigen Abständen das Haus Schloßberg besucht, das Abbild einer Tagesmutter mit einem Kind aus der Kleinkindertagesstätte "Dreikäsehoch" (beide Fotos von Alexandra Heneka) und ein Schnappschuss von halb nackten Männern, die am Strand Karten spielen (Foto von Reinhardt Jacoby), inspirierten ihn zu diesen Reimen. Daneben gab er noch ein Gedicht von Johann Gottfried Herder, ein Volkslied aus dem Schwarzwald und "Can't Help Falling in Love with You" von Elvis Presley zum Besten.
Susanne Einfeld, Redaktionsmitglied der InZeitung, las aus dem "Lexikon der bedrohten Wörter" vor und erklärte zur Belustigung des Publikums die Herkunft dieser vom Aussterben gefährdeten Wörter wie die Wählscheibe, das Testbild oder das Bratkartoffelverhältnis, das in der Nachkriegszeit die gängige Bezeichnung für eine "Wilde Ehe" war.
Alexander Sancho-Rauschel, ebenfalls ehrenamtlicher Redakteur der InZeitung und Pressereferent der Stadt Freiburg sowie der Stadt Emmendingen, wusste von der Vermischung der Kulturen aus eigener Erfahrung zu berichten. Als Sohn eines katalanischen Vaters und einer deutschen Mutter sowie Enkelkind einer oberschlesischen Großmutter, die zudem ein paar Wörter aus dem Dialekt des sogennanten Wasserpolnischen sprach, erfuhr er in seinem Elternhaus ein wahres Potpourri der Sprachen, das er in seinem Text "Wie redest du da" über die Familiensprache verarbeitet hatte. Passend zum Foto des Clowns aus dem Haus Schloßberg las er außerdem seinen Text "Heute hier, morgen dort" vor, das von seinen Begegnungen mit dem Zirkus erzählt.
Für den musikalischen Teil des Nachmittags sorgten Murat Kücük, Schriftsteller und Musiker, und Herbert Scheurer, Bewohner des Carl-Mez-Haus. Herr Scheurer ist unter den Bewohnerinnen und Bewohnern bestens bekannt und vielfach gerühmt als Sänger von Schlagern und Seemannsliedern, die er bei seinen 88 Jahren noch mit beachtlicher Stimmgewalt erschallen ließ. Christiane Mihm befragte ihn außerdem zu seinem Alltag im Stift. Bereits seit zehn Jahren wohnt er im Carl-Mez-Haus in Freiburg, wo er mit großer Freude am monatlichen Tanztee und am wöchentlichen Singkreis teilnimmt.

Murat Kücük sang Lieder auf Türkisch und Arabisch und erzählte von seinen Erfahrungen mit und Recherchen zum deutschen Schlager, an dem er großen Gefallen findet und der seine erste Begegnung mit der deutschen Musikkultur darstellt. Als junger Mann bekam er nämlich, damals noch in Istanbul, eine Platte von Udo Jürgens in die Finger.
Am Ende der wunderbaren Veranstaltung kam nach einer aufregenden musikalischen und literarischen Fahrt durch die Kulturen auch ein Stück Heimatgefühl auf – zumindest für die Gäste aus Schwaben – als Herbert Scheurer in seiner Zugabe, die von den Gästen freudig mitgesungen wurde, "Auf de schwäbsche Eisebahne" anstimmte.