Geistlicher Impuls 10.04.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・10.04.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

(Psalm 27, 7-14)



HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und antworte mir!

8 Mein Herz hält dir vor dein Wort:
"Ihr sollt mein Antlitz suchen."
Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht
und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,
aber der HERR nimmt mich auf.

11 HERR, weise mir deinen Weg
und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.

12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde!
Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht.

13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde
die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen.

14 Harre des HERRN!
Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!
War im ersten Teil des Psalms von der Gemeinschaft mit Gott und das unerschütterliche Vertrauen in ihn die Rede, so treten im zweiten Teil Unsicherheit und Klage hervor. Der Beter fühlt sich von Feinden bedrängt, von der Familie verlassen, von Schuld beladen, das Herz ist ihm schwer. Er sieht nur noch einen Weg, sich an Gott zu wenden.

Der Psalm beginnt mit der Anrufung Gottes, den Versen 7 und 8 und begründet sie in den Versen 9 und 10. Das Gebet endet in der Gewissheit, dass Gott ihn erhört, auch wenn er sich in Geduld üben muss.

In seiner Bitte, dass Gott ihn hören möge, schwingt mit, dass er sich bewusst ist, Schuld auf sich geladen zu haben. Er appelliert an die Gnade Gottes, er erinnert sich an die Aufforderung Gottes, die zugleich Gebot und Verheißung ist: „Sucht mein Antlitz“ (2. Mose 34,23).

Von allen Menschen um ihn herum sieht er sich bedroht und verlassen. Doch in die Verheißung, dass Gott ihn hört, und er von ihm Hilfe erwarten kann, legt er seine Hoffnung.

Die Dringlichkeit und seine Bitten zeugen von Anspannung und Verzweiflung auf der einen Seite, auf der anderen Seite zeigen sie seine große Zuversicht und sein Vertrauen in den gnädigen Gott. Der Beter weiß, dass er immer wieder vom Weg zu Gott abkommt und bittet ihn deshalb um Wegweisung, damit seine Gegner verstummen müssen. „HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn, um meiner Feinde willen.“

Der Glaube und die Gewissheit der Gottesgemeinschaft schenken ihm die Zuversicht der Güte Gottes in seinem Leben. Der tiefe Glaube gibt ihm die Kraft, die Spannungen, die das Leben birgt, zu ertragen und getrost in die Zukunft zu schauen.

Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!
Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg