Geistlicher Impuls 24.04.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・24.04.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

(Psalm 46)



Ein feste Burg ist unser Gott

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.

Darum fürchten wir uns nicht,
wenngleich die Welt unterginge und die
Berge mitten ins Meer sänken,
wenngleich das Meer wütete und wallte
und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.
Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig
bleiben mit ihren Brünnlein,
da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen,
darum wird sie fest bleiben;
Gott hilft ihr früh am Morgen.
Die Völker müssen verzagen
und die Königreiche fallen,
das Erdreich muss vergehen,
wenn er sich hören lässt.


Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.

Kommt her und schauet die Werke des HERRN,
der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet,
der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt.
Der Bogen zerbricht,
Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.
Seid stille und erkennet,
dass ich Gott bin!
Ich will mich erheben unter den Völkern,
ich will mich erheben auf Erden.

Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.
Dieser Psalm ist einer der Lieblingspsalmen unseres Kirchenvaters Martin Luther und die Grundlage des berühmten protestantischen Bekenntnislieds, das er im Jahre 1529 geschrieben hat: “Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“.
(EG 362)

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke eine Hilfe in den großen Nöten, die uns ge-troffen haben.

So beginnt dieser Psalm.
In diesem Psalm wird ein Kontrapunkt gegen Ängste und Befürchtungen und gegen die Widrigkeiten des Lebens gesetzt. Die Ängste haben in den letzten Wochen durch die Nachrichten über die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und die daraus resultierenden Folgen immens zugenommen. Wie sehr ist auch der Wunsch wie damals in uns, dass das Böse auch heute in der Welt nicht die Oberhand gewinnen möge und dass den schrecklichen Kriegen ein Ende gesetzt wird. Dass Gott den bösen Mächten den Kampf ansagt, damit sie nicht triumphieren und die Schöpfung weiter brutal zerstören. „der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.“

Der Rettungsanker für uns ist das Wissen, dass Gott unsere Zuversicht und Stärke ist, dass er sich als Hilfe in Nöten bewährt. Deshalb brauchen wir uns nicht zu fürchten!

Wie unglaublich aktuell sind doch diese Gebetszeilen. Sie können uns heute, wie damals, Mut zusprechen. Das kann man sich immer wieder in Erinnerung rufen. Die Hilfe Gottes durften schon viele in der Vergangenheit erfahren und sie ist bis heute in gleicher Weise erfahrbar, denn der Herr der Heerscharen ist mit uns. Dieser Psalm stärkt uns in der Haltung und im Wissen:

Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.
Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg