Geistlicher Impuls 08.05.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・08.05.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Psalm 66

Jauchzet Gott, alle Lande!

2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!

3 Sprecht zu Gott:

Wie wunderbar sind deine Werke!

Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen.

5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

sie gingen zu Fuß durch den Strom;

dort wollen wir uns seiner freuen.

7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,

seine Augen schauen auf die Völker.

Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.

8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott,

lasst seinen Ruhm weit erschallen,

9 der unsre Seelen am Leben erhält

und lässt unsere Füße nicht gleiten.

„Jubilate“, so lautet die Bezeichnung des heutigen Sonntags. „Jauchzet Gott, alle Lande!“ so beginnt der Wochenpsalm, der 66. Psalm. Jubeln und Jauchzen? Jetzt auch noch Jubeln, das erscheint uns derzeit irgendwie unwirklich, denn die Beschwernisse, die Katastrophe der letzten Monate und Wochen wollen einfach nicht abnehmen – immer wieder kommen sie in Wellen auf uns zu… Corona.-Wellen, der Angriffskrieg in der Ukraine, in Europa, die eigenen Traurigkeiten und Belastungen…

Betroffen sind so gut wie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Was gibt es da also zu Jubeln? Ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Folgen. Sie werden für uns alle einschneidend sein. Die Fülle, die für uns so selbstverständlich war, wird es so vielleicht nicht mehr geben. Aber wir alle haben Hände und haben Herzen und wir haben einen Gott, der mit uns das Beste teilt.

Andererseits: Was geschieht mit uns, wenn all unser Denken nur noch um die Krise kreist? Tatsächlich bieten gerade schwierige Situationen auch Gelegenheit, dankbar zu sein. Dankbarkeit hilft uns, offen zu bleiben für die Schönheit, die Freude und das Gute. Probleme benennen, Klagen, Trauern – das alles hat Platz im Glauben. Aber ständiges Lamentieren und Murren schafft ein Klima, das niemandem guttut. Deshalb sollten wir uns jeden Tag auch ein wenig im Schauen und Staunen, im Danken und Loben üben.

Gott wird sich nicht von uns abwenden! Gott bleibt sich gleich, uns stetig zugewandt in inniger Liebe. Er ist und bleibt der treue Hirte, der mit uns durchs finstere Tal geht, durch eine Zeit, wo ich noch gar nicht sehe, wo der Weg endet, wo so mancher von uns nicht weiß, wie es weitergeht.

Die Liebe mit all ihren Zeichen der Zuwendung, der Verbundenheit und der Hoffnung ist gleichsam die sichtbare Stellvertreterin für den unsichtbaren Gott. Wo wir im Zeichen der Liebe Gottes leben, da ist Gott vielleicht nicht ganz so weit entfernt – in diesem Sinne: Jubilate!

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg