Geistlicher Impuls 24.07.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・24.07.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Psalm 119

Erhalte mich Herr durch dein Wort, dass ich lebe

Wohl denen, die ohne Tadel leben,

die im Gesetz des Herrn wandeln!

Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten,

die ihn von ganzem Herzen suchen,

die auf seinen Wegen wandeln

und kein Unrecht tun.

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,

so werde ich nicht zuschanden.

Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,

dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

Deine Gebote will ich halten;

verlass mich nimmermehr!

Öffne mir die Augen,

dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

Zeige mir, Herr, den Weg deiner Gebote,

dass ich sie bewahre bis ans Ende.

Meine Seele verlangt nach deinem Heil;

ich hoffe auf dein Wort.

Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort

und sagen: Wann tröstest du mich?

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,

so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,

und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Stärke mich, dass ich gerettet werde,

so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

(Ps 119,1-3.6-8.18.33.81-82.92.105.116-117)

Ein weiterer Psalm, der als Liedgrundlage diente, ist der Psalm 119 . Cornelius Becker wurde als Sohn eines Kaufmanns am 24. Oktober 1561 in Leipzig geboren. Cornelius Becker war ein strenger lutherischer Theologe und setzte sich aktiv gegen den Kryptocalvinismus (eine abfällige Bezeichnung für die Sympathisanten des Calvinismus) ein. Deshalb wurde er im Juni 1601 seines Amtes enthoben. Bereits ein halbes Jahr später, im November, wurde er wieder in sein Amt eingesetzt, weil man ihn für unschuldig befand. Er nutzte die Zeit seiner Suspendierung, um sich den Psalmen zu widmen und ihrer Übertragung in deutsche Gesänge . Seine Psalmlieder hielten sich an lutherische Melodien. Johann Georg IV. unterstütze diese Psalmvertonungen und ließ sie sowohl am Hof, in Schulen und den Kirchen von Kursachsen einführen und machte sie dadurch bekannt. 1602 bearbeitet er Psalm 119 mit Lied 295. Heinrich Schütz vertonte ihn 1661. Cornelius Becker dichtete auch weitere Kirchenlieder, die teils in die Gesangbücher eingingen. (EG 276, 295,296,474, 616)

 

EG 295 Nun lob, mein Seel, den Herren

 

1. Wohl denen, die da wandeln

vor Gott in Heiligkeit,

nach seinem Worte handeln

und leben allezeit;

die recht von Herzen suchen Gott

und seine Zeugnis’ halten,

sind stets bei ihm in Gnad.

 

2. Von Herzensgrund ich spreche:

Dir sei Dank allezeit,

weil du mich lehrst die Rechte

deiner Gerechtigkeit.

Die Gnad auch ferner mir gewähr;

ich will dein Rechte halten,

verlass mich nimmermehr.

 

 

 

3. Mein Herz hängt treu und feste

an dem, was dein Wort lehrt.

Herr, tu bei mir das Beste,

sonst ich zuschanden werd.

Wenn du mich leitest, treuer Gott,

so kann ich richtig laufen

den Weg deiner Gebot.

 

4. Dein Wort, Herr, nicht vergehet,

es bleibet ewiglich,

so weit der Himmel gehet,

der stets beweget sich;

dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit

gleichwie der Grund der Erden,

durch deine Hand bereit’.

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg