Geistlicher Impuls 21.08.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・21.08.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Psalm 146

Gottes ewige Treue

Lobe den HERRN, meine Seele! /

2 Ich will den HERRN loben, solange ich lebe,

und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.

3 Verlasset euch nicht auf Fürsten;

sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.

4 Denn des Menschen Geist muss davon, /und er muss wieder zu Erde werden;

dann sind verloren alle seine Pläne.

5 Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,

der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott,

der Himmel und Erde gemacht hat,

das Meer und alles, was darinnen ist;

der Treue hält ewiglich, /

7 der Recht schafft denen, die Gewalt leiden,

der die Hungrigen speiset.

Der HERR macht die Gefangenen frei.

8 Der HERR macht die Blinden sehend.

Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.

Der HERR liebt die Gerechten.

9 Der HERR behütet die Fremdlinge /

und erhält Waisen und Witwen;

aber die Gottlosen führt er in die Irre.

10 Der HERR ist König ewiglich,

dein Gott, Zion, für und für.

Halleluja!

Einer darf nicht fehlen bei den Psalmliedern und das ist Paul Gerhardt. Er befasste sich 1653 mit dem Psalm 146 und schrieb diese tiefgehenden und zuversichtlichen Liedstrophen. Paul Gerhardt ist neben Martin Luther wohl der bekannteste Liederdichter, man könnte sagen, dessen Lieder über die Jahrhunderte hinweg nichts an Aussagekraft verloren haben. Er beschäftigt sich in seinen Liedern mit dem Leben der Menschen und wie sie in und für ihr Leben Kraft tanken können und Trost in schwierigen Lebenssituationen finden. So konnte er aus einem Psalmvers Ps. 37,5 ein Lied 361 mit 12 Strophen machen, in dem er immer nur das erste Wort dieses Psalmverses nahm und in eine Strophe brachte. Mich beeindruckt immer von neuem seine Glaubensfestigkeit, trotz der vielen Schicksalsschläge in seinem Leben.

Man kann aus all seinen Lieder Trost und Zuversicht in und für das Leben schöpfen.

 

302  Du meine Seele singe

1. Du meine Seele, singe,

wohlauf und singe schön

dem, welchem alle Dinge

zu Dienst und Willen stehn.

Ich will den Herren droben

hier preisen auf der Erd;

ich will ihn herzlich loben,

solang ich leben werd.

2. Wohl dem, der einzig schauet

nach Jakobs Gott und Heil!

Wer dem sich anvertrauet,

der hat das beste Teil,

das höchste Gut erlesen,

den schönsten Schatz geliebt;

sein Herz und ganzes Wesen

bleibt ewig unbetrübt.

3. Hier sind die starken Kräfte,

die unerschöpfte Macht;

das weisen die Geschäfte,

die seine Hand gemacht:

der Himmel und die Erde

mit ihrem ganzen Heer,

der Fisch unzähl’ge Herde

im großen wilden Meer.

4. Hier sind die treuen Sinnen,

die niemand Unrecht tun,

all denen Gutes gönnen,

die in der Treu beruhn.

Gott hält sein Wort mit Freuden

und was er spricht, geschicht;

und wer Gewalt muss leiden,

den schützt er im Gericht.

 

5. Er weiß viel tausend Weisen,

zu retten aus dem Tod,

ernährt und gibet Speisen

zur Zeit der Hungersnot,

macht schöne rote Wangen

oft bei geringem Mahl;

und die da sind gefangen,

die reißt er aus der Qual.

6. Er ist das Licht der Blinden,

erleuchtet ihr Gesicht,

und die sich schwach befinden,

die stellt er aufgericht’.

Er liebet alle Frommen,

und die ihm günstig sind,

die finden, wenn sie kommen,

an ihm den besten Freund.

7. Er ist der Fremden Hütte,

die Waisen nimmt er an,

erfüllt der Witwen Bitte,

wird selbst ihr Trost und Mann.

Die aber, die ihn hassen,

bezahlet er mit Grimm,

ihr Haus und wo sie saßen,

das wirft er um und um.

8. Ach ich bin viel zu wenig,

zu rühmen seinen Ruhm;

der Herr allein ist König,

ich eine welke Blum.

Jedoch weil ich gehöre

gen Zion in sein Zelt,

ist’s billig, dass ich mehre

sein Lob vor aller Welt.

Bleiben Sie gesegnet und behütet!

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg