Geistlicher Impuls 18.09.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・18.09.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

(Prediger 3, 1-13)

Alles hat seine Zeit

1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

2 Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;

3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;

4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;

5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;

6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;

7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;

8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

9 Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.

11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.

13 Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

Diese Verse aus Prediger sind wohl allgemein die bekanntesten und werden oft zitiert. Für viele sind diese Verse eine Entlastung, der Pessimist empfindet es aber als Belastung, dass er sich in einem vorgegebenen Lebenskreis bewegt, der sein Leben bestimmt. 

 

Der erste Vers formuliert eine These, die dann im Folgenden durch mehrere Einzelbeispiele illustriert und belegt wird. Es werden Schlussfolgerungen gezogen, die sich sowohl auf den Menschen selbst, aber auch auf Gott beziehen. Im letzten Impuls haben Sie gelesen, wie der Prediger seine Beobachtungen aus der Natur und Geschichte nimmt. “Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen.“ „Die Sonne geht im Osten auf und geht im Westen unter“; „Der Wind geht nach Süden und dreht sich nach Norden und wieder herum an den Ort, wo er anfing.“, „Alle Wasser laufen ins Meer“. Um seine jetzige These zu belegen, nimmt er Situationen des alltäglichen Lebens, die jeden Menschen betreffen können. „Das Leben zwischen Geboren werden und Sterben, Töten und Heilen, Weinen und Lachen, Klagen und Tanzen, Suchen und Verlieren, Schweigen und Reden muss bewältigt werden. Diese Beispiele, die aus den verschiedenen Lebensbereichen genommen sind, zeigen die Vielfalt des Lebens und zeigen wie sehr sich der Prediger bemüht, alles einzubeziehen.

Die letzten drei Verse können einen positiven Impuls in der Sicht auf Gott und das Leben des Menschen mit ihm geben. 

13 Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg