Geistlicher Impuls, 1. Sonntag nach Trinitatis

Evangelisches Stift Freiburg Apostel Geistlicher Impuls

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Geistlicher Impuls, 1. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für den 1. Sonntag nach Trinitatis 2020 senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.
Apostelgeschichte 4, 32 ff

Apostel und Propheten

Dieser Sonntag hat die Apostel und Propheten zum Thema. Apostel und Propheten sind Menschen die Gott berufen hat, damit sie seine Werkzeuge werden. Sie sollen Vorbilder sein und uns den Weg zeigen, den Gott für uns bereitet hat; es ist der gleiche Weg, den die Apostel und Propheten vor uns gegangen sind, und wir dürfen uns an ihrem Leben und Wirken orientieren und uns durch ihre Worte für unser Leben ermutigen und stärken lassen, so wie die erste Gemeinde durch die Apostel Mut und Kraft erfuhr.

Die 12 Apostel haben Jesus begleitet und viel mit ihm erlebt. Sie haben gesehen, wie er Kranke geheilt, wie er verzeifelte Menschen aufgerichtet und sie aus ihrer sozialen Isolation herausgeholt hat und erfahren, dass er Tote wieder zum Leben erwecken konnte.

Es waren Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus und Simon, Judas der Sohn des Jakobus und Judas, der zum Verräter wurde (LK.6, 14ff) zum bitteren Ende folgen wollten! Als jedoch die Soldaten Jesus gefangen nahmen, flohen sie. Selbst Petrus floh, zu dem Jesus doch gesagt hatte: “Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“. Doch Pfingsten gab ihnen Jesus neue Kraft und neuen Mut, als er sie mit dem Heiligen Geist erfüllte. Da durch Judas eine Lücke entstanden war, wurde als 12. Apostel Matthias dazu gewählt. Danach sammelten sie alle Gläubigen in Jerusalem um sich und so entstand die erste Gemeinde. Die Apostel versuchten, das Wirken von Jesus fortzuführen. Es heißt „Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel. Immer mehr wuchs die Zahl derer, die an den Herrn glaubten.“ Petrus, der den Aposteln vorstand, leitete die Gemeinde und wurde von den anderen Aposteln unterstützt. Da die Urgemeinde sich als Vorwegnahme des endzeitlichen Gottesvolks verstand, beinhalteten ihre Heilserwartungen - wie auch die des Judentums - indirekt auch die zukünftige radikale Veränderung der Besitz- und Machtverhältnisse (vgl. Lk 1,46–55 ).

Das Ideal der Gütergemeinschaft, das diese Erwartung vorwegnahm, hat in der Geschichte der Christenheit vielfältig weitergewirkt, etwa in Mönchsorden und Klostergemeinschaften.

„Es war keiner unter ihnen, der Mangel hatte."

Gebet

Gott, immer wieder neu sprichst du zu uns. Wir hoffen auf deine Gegenwart. Hilf uns auf dich und dein Wort zu hören. So können wir als Gemeinde miteinander vor Dich treten und füreinander da sein und uns unterstützen.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Dreieinigkeit Gottes

In der evangelischen Kirche beginnen nun „die Sonntage nach Trinitatis“. Trinität, die Dreieinigkeit Gottes – eine theologische Idee, die schwierig ist und doch viel über das Wesen Gottes aussagt. Gott ist umfassender, als ein Mensch begreifen kann. Aber er lässt sich auf eine Geschichte mit den Menschen ein und offenbart ihnen mit der Zeit immer mehr von sich: Als Vater erwählt sich Gott ein Volk, als Sohn kommt er allen Menschen zum Heil. Schließlich bezieht Gott in jedem einzelnen Wohnung: als Begeisterung, als Tröster und als Liebeskraft.

Gott ist reine Beziehung. Niemand ist von seiner Gegenwart ausgeschlossen. Gott kann und will nicht für sich sein. Ein Ausdruck dafür ist seine Dreieinigkeit. Das Votum am Anfang unserer Gottesdienste nimmt dieses Thema auf – so feiern wir unsere Gottesdienste im Namen des dreieinigen Gottes:

Im Namen des Vaters, der das Licht geschaffen hat;
im Namen des Sohnes, der das Licht der Welt und unseres Lebens ist,
und im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit diesem Licht erleuchtet und uns zu Trägern dieses Lichtes macht.
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg