Geistlicher Impuls, 15. Sonntag nach Trinitatis

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 15. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für den Geistlicher Impuls, 15. Sonntag nach Trinitatis senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Matthäus 6, 25 - 34
(25) Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel vorzüglicher als sie?
(26) Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?
(27) Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht.
(28) Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen.
(29) Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht vielmehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
(30) So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen?
(31) Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.
(32) Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
(33) So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Viele Menschen fragen am Beginn des Tages, was wird der Tag mir bringen, was erwartetet mich, kann ich ihn bewältigen? Sie beginnen den Tag mit vielen Fragen und Sorgen.
Wenn ich meinen Tag so beginne, dann beginnt er tatsächlich in erster Linie mit Sorgen! Jesus lenkt unseren Blick von uns weg auf die Natur, an der wir uns orientieren können.
Aber kann man leben wie die Lilien auf dem Felde, wie die Vögel unter dem Himmel, die so beneidenswert frei zu sein scheinen? Geht es nicht auch bei ihnen ums Überleben? Die Lilien arbeiten den ganzen Tag daran, Blüten und Früchte hervorzubringen, Knollen auszubilden, sonst gäbe es bald keine Lilien mehr. Auch die Vögel versorgen sich und ihre Nachkommen. Sie bauen Nester und fliegen nach Süden, wenn die Zeit gekommen ist. Sie tun alles, um zu überleben unter Gottes freiem Himmel.
"Werft eure Sorgen auf mich", bietet uns Jesus an. Jesus Christus kam auf die Erde, um uns zur Seite zu stehen. Gott ließ sich herab und kam als Kind zur Welt, um uns Menschen zu helfen. Deshalb kann Jesus anbieten, alle Sorgen für uns zu tragen. Aber kann man so einfach seine Sorgen abgeben? Ja, das kann man. Man kann den Morgen mit einem Gebet beginnen und sich Gott anvertrauen. "Ganz gleich was kommen wird Herr, ich nehme es aus deiner Hand!"
Ein Lied nimmt genau dies auf. Dort heißt es: „Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.“ (EG 369)
Der Liederdichter Georg Neumark lässt das aber nicht so stehen und gibt als Rat: Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie seine Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Schon 1641, als dieses Lied entstand, kannte man das Problem, das sich bis heute für viele nicht geändert hat.
Jesus legt uns weiter an Herz: “Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes, dann wird euch alles andere zufallen.“
Lasst euch nicht einfangen von der "Sorge"! Man hat oft den Eindruck, dass unsere Medien nichts anderes mehr als "Sorge" verbreiten. Wir werden ständig in einer Art Angst gehalten und hören überwiegend negative Nachrichten. Es gilt als Zeichen einer freien Welt, wenn sie eine negative Presse hat. Das kann niederdrücken und unfrei machen. Vertraut dem Herrn. Sein Wort macht Mut. Da ist jemand, der weiß, wohin alles führen wird.
"Vertrauen, Gottvertrauen!" ist sein Name.
Es lohnt sich, diesem Herrn zu dienen und morgens mit "Gottvertrauen" den Alltag zu beginnen.
So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
So können wir getrost und gestärkt in jeden neuen Tag gehen und wie der Liederdichter uns ermutigt:
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg