Geistlicher Impuls. 19. Sonntag nach Trinitatis

Leib und Seele

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 19. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für den 19. Sonntag nach Trinitatis senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
"Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jeremia 17,14)

Als Christen wissen und vertrauen wir darauf, dass wir vom Gott des Lebens gehalten und bewahrt werden. Das stützt und stärkt, bedeutet vielleicht auch weniger psychischen Stress und bessere Wege der Verarbeitung. Und trotzdem sind natürlich auch Christen nicht vor Krankheit gefeit. Seelische Belastungen können krank machen. Sehr sensibel reagiert unser Organismus auf unsere inneren Nöte. Der 19. Sonntag nach Trinitatis schafft einen Zusammenhang zwischen seelischer Entlastung und körperlicher Heilung. Gottes immer neue Zuwendung ist es, die den Menschen gesund macht. So ist das Wochenthema dieses Sonntags "Heilung an Leib und Seele".

Ja, Heilung an Leib und Seele ersehnen sich viele. Verlangt es nicht jeden Menschen danach? Der Wochenspruch wirkt beim ersten Hören wie das Gebet eines frommen Herzens. Es verehrt Gott als verlässliche Hilfe für alle Krankheitsfälle und Notsituationen. Heile ist aber nicht gleich Gesundheit. Der Begriff "Heil" im Grundtext des Neuen Testamentes leitet sich nicht von "heilen" ab. Er bedeutet vielmehr "Rettung". Wenn es um "heilen" im Sinne von "gesund machen" geht, steht im Neuen Testament ein Wort, das mit "therapieren" wiedergegeben werden könnte.

Wer also das Bedürfnis verspürt, "heil" zu werden, will mehr als leiblich gesunden. Er ruft nicht nach dem Therapeuten, sondern nach dem Heiland. Christus ist der Retter, der uns vom Unheil erlöst.
Christus allein ist zuständig, wenn du heil werden willst. Sehnst du dich nach Befreiung von Schuld, nach innerem Frieden und Übereinstimmung mit Gott, so rufe ihn an. Was immer dich bedrücken oder quälen mag, er heilt dich ganz.

Darauf vertrauend betet Jeremia: "Heile du mich, Herr, so werde ich heil".
Gebet
Laß uns dein Heil erfahren, Gott.
Du legst uns nicht fest auf unsere Versäumnisse,
auf unsere Fehler und unsere Schuld.
So haben wir es auch nicht nötig, uns gegenseitig vorzuhalten,
was an Schlechtem geschehen ist.
Laß uns im Namen der Liebe immer wieder einen neuen Anfang finden.
Ermutige uns durch die befreiende Botschaft Jesu,
deines Sohnes unter uns Menschen,
unseres Herrn für Zeit und Ewigkeit.

Wochenlied: EG 324
Strophe 1
Ich singe Dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust!
Ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von Dir bewusst.

Strophe 2
Ich weiß, dass Du der Brunn der Gnad
und ew‘ge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spät
viel Heil und Gutes fließt.

Strophe 3
Was sind wir doch? Was haben wir
auf dieser ganzen Erd,
das uns, o Vater, nicht von Dir
allein gegeben werd?

Strophe 7
Was kränkst du dich in deinem Sinn
und grämst dich Tag und Nacht?
Nimm deine Sorg und wirf sie hin
auf den, der dich gemacht!
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg