Geistlicher Impuls, 1. Sonntag nach Trinitatis

Faith, Hope and Love

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 1. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Achtsam für Gottes Stimme

"Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich."
(Lk 10,16a)

Der 1. Sonntag nach Trinitatis ermuntert dazu, achtsam zu bleiben für die Stimme Gottes zwischen den vielen Stimmen um uns.

Wer euch hört, der hört mich! So sagt es Christus – Was für ein Zutrauen. Wir sind nichts weniger als Stellvertreter Christi auf Erden. Das ist Ansporn, seine Sache möglichst gut zu machen und möglichst überzeugend aufzutreten. Wer mich verachtet, der verachtet mich – das ist die andere Seite, denn wir wissen: nicht alle lassen sich gewinnen und Erfolg ist schon gar nicht garantiert.

Jesus nachzufolgen ist nicht immer ein schöner Sonntagsspaziergang. Dabei ist man doch davon überzeugt, die beste Botschaft der Welt zu haben. Das Evangelium würde alle Menschen glücklich machen. Die Leute müssten uns die Türen einrennen, sie sollten vor Freude in die Luft springen über das großartige Geschenk der Gnade, das Gott uns durch Jesus anbietet.

Da erzählt man von den wunderbaren Dingen, die man im Glauben erlebt hat, und erntet dafür bei manchen Zuhörern nur ein müdes Lächeln oder ein Abwinken.

Solche Erfahrungen können entmutigen. Das sollen sie aber nicht, denn Jesu Aussage im Wochenspruch lässt aufhorchen: Wir sind berufen, hier für Jesus auf Erden zu sprechen! Wir sind quasi seine akustischen Stellvertreter – wer uns hört, hört ihn. Wer uns verachtet, verachtet ihn. Beim Blick in den Spiegel scheint mir diese Berufung ein wenig zu groß zu sein. Wie kann man ihr gerecht werden?

Glücklicherweise gibt die Bibel ein paar Tipps, wie man diese Berufung in die Tat umsetzen kann, z. B. sollen wir in Gnade, Sanftmut und Respekt zu unserem Gegenüber sprechen und so Auskunft über unseren Glauben geben.

Die Zusage Jesu erhöht und erniedrigt gleichzeitig. Christen sprechen für Jesus – aber sie können es nur durch ihn und aus seiner Kraft heraus tun. Christen müssen nicht auf sich selbst bauen, sie können Gott vertrauen und aus diesem Vertrauen heraus reden. Und: Sie stoßen mit ihrer Botschaft auch nicht fortwährend auf taube Ohren. Bei einigen Menschen, die zuerst ablehnend sind, ändert sich die Meinung später. Andere wiederum sind von Anfang an interessiert und möchten gerne über den Glauben sprechen.

Welche Freude ist es dann, wenn man die Erfahrung macht, wie Menschen mit einem suchendem Herzen sich für Jesus öffnen – und in ihren Seelen den Frieden Gottes erleben dürfen, der höher ist als all unsere Vernunft. Das ist dann ein wahres Geschenk und ein besonderer Tag des Glücks!
Lied: EG 416

416:1 Refrain: O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe übe, wo man sich hasst, dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt, dass ich verbinde, da, wo Streit ist, dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht, dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt, dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert, dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.

Wir beten:

Gott, mach uns zu deinen Botschaftern.
Lass durch unser Herz, Mund und Hand
deine Liebe in der Welt scheinen.
Lass uns durch Erfolge nicht eitel,
durch Scheitern nicht müde werden. Amen.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg