Geistlicher Impuls, 2. Sonntag nach Epiphanias

Die Hochzeit zu Kana

Die Hochzeit zu Kana

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 2. Sonntag nach Epiphanias

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zum 2. Sonntag nach Epiphanias senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Die Hochzeit zu Kana Joh.2,1-11
Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.

Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.
Das war das erste Zeichen Jesu. Es ist vielen als Wunder zu Kana bekannt, als Jesus aus Wasser Wein machte. Dieses Wunder zu Kana hängt als großes Wandgemälde von Wilhelm Haller in unserer Stiftskapelle.

Johannes kommt hier im Nachhinein zu der Erkenntnis, dass die Jünger damals schon mit der Herrlichkeit Jesu konfrontiert waren. Man kann sagen, dass von Anfang an alles klar war. So klar und deutlich wie der Augenzeuge Johannes beschreibt, was er erlebt hat: Man kann es fast spüren, wie Johannes zurückdenkt und gleichzeitig nach vorn schaut. Vergangenheit und Zukunft vermischen sich. In diesem Ereignis hat Jesus durch sein Verhalten aufgezeigt, was kommen wird. Jesus hat sich schon als Christus gezeigt und weist seine Mutter zurück. "Meine Stunde ist noch nicht gekommen", sagt er. Seine Stunde? Wieder ein Hinweis auf das Kommende, seine Todesstunde am Kreuz von Golgatha. Dort, wo er die Schuld der Menschen auf sich genommen und die Menschen mit Gott versöhnt hat. Das war seine Aufgabe und Bestimmung, die er von Anbeginn angenommen hat. Unglaublich Tiefgründiges stellt uns Johannes in dieser schönen Geschichte von der Hochzeit vor Augen. Die Herrlichkeit Jesu offenbart sich in der Gemeinschaft, im Miteinander und Füreinander. Erst in der Rückschau versteht man, was damals geschehen ist. Auf den ersten Blick ein einfaches Geschehen, so einfach, dass es nicht weiter aufgefallen ist. Plötzlich war genug Wein da, und die Feier konnte ungestört weitergehen, doch seine Jünger haben schon damals ein bisschen mehr gesehen. Sie haben erfahren, dass Jesus die Menschen nicht im Stich lässt. Man könnte sagen, sie durften begreifen, dass Jesus Handeln eine andere Dimension hat, die sich in ihrer Tiefe erst im Glauben erschließt.

Die Geschichte der Hochzeit zu Kana, steht in einem größeren Zusammenhang, denn die Evangelisten schreiben ihr Evangelium auch in der Gewissheit der Erwartung der großen Hochzeitsfeier die einmal sein wird, wenn Jesus Christus wiederkehrt.

Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg