Geistlicher Impuls, 3. Sonntag nach Trinitatis

Lasset uns beten

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 3. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Auf das einschneidende Ereignis in seinem Leben, dass aus einem Saulus ein Paulus wurde, nimmt der Apostel in einem seiner späteren Briefe an seinen Freund und Schüler Timotheus Bezug,

1. Timotheusbrief, 1. 12 ff

Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit!

Es ist zu spüren, wie Paulus immer noch sehr emotional berührt ist von dieser 180 Grad Kehrtwende, selbst noch nach so vielen Jahren. Dieses Damaskuserlebnis hat seinem Leben eine völlig andere Richtung gegeben. Er, der hochgebildete Schriftgelehrte, der aus Überzeugung die ersten Christen verfolgte, ist nun aus Überzeugung zu einem Christus-bekenner und Verkünder geworden. Er scheute keine Reise zu Wasser oder Land um das Evangelium in die Welt hinaus zu tragen und er kam bis Europa. Dabei erfuhr er viel Ablehnung; ja selbst Verfolgung und ertrug immense Strapazen. (1. Korinther 11, 16 ff.). Es konnte nichts und niemand ihn davon abhalten, das Wort vom Kreuz zu verkünden. Paulus wusste: Das was ich zu sagen habe, das kommt von der allerhöchsten Ebene, das ist die Botschaft von Jesus Christus, die ich auszurichten habe. Und dieser Herr hat mich persönlich dazu beauftragt, und er ist bei mir und steht hinter mir.

Was ist nun der Kern dieser Botschaft? Der Apostel schreibt es ganz klar, kurz und bündig: "Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen". In diesen wenigen Worten ist das Wesentliche des Evangeliums verständlich zusammengefasst, basierend auf den Worten Jesu selbst ."Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten" (Matthäus 9, 13),

"Mir ist Barmherzigkeit widerfahren" (Vers 13 + 16), mit diesen Worten drückt Paulus aus, wie er die große Wende in seinem Leben persönlich erfahren hat, und wie er sie rückblickend beurteilt. Welch trostreiche Botschaft, dass durch seine Vergebung, seinen Geist und seine Kraft sich jeder zum Guten verändern kann. Daran dürfen wir glauben, darauf dürfen wir vertrauen unser Leben gestalten. Mögen wir Menschen werden, die Gott in dieser Welt gebrauchen kann, Menschen, die wie der Apostel Paulus bezeugen können:

"Mir ist Barmherzigkeit widerfahren."
Lied 355
1. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat’s nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschieht’s? Erbarmung ist’s und weiter nichts.

3. Das muss ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir

Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg