Geistlicher Impuls, 7. Sonntag nach Trinitatis

7. Sonntag nach T

7. Sonntag nach T

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 7. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für den Geistlicher Impuls, 6. Sonntag nach Trinitatis senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
1 Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, 2 so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. 3 Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den an-dern höher als sich selbst, 4 und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. 5 Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht!
Philipper 2,1-4

Paulus schreibt hier mit Hochachtung von der Gemeinde in Philippi:

Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit ... Das ist eine beachtliche Bestandsaufnahme, die sich sehen lassen kann. Man merkt, wie sich Paulus mit dieser Gemeinde aufs herzlichste verbunden fühlt. In keinem seiner vielen Briefe ist so oft von Freude die Rede, wir hier in dem Brief an die Gemeinde in Philippi. Sie war die erste Gemeinde, die Paulus auf europäischem Boden gegründet hat und er ist stolz, wie sich die Gemeinde im Glauben und in der Treue zu Christus entwickelt hat und wie sie miteinander umgehen. Diese Gemeinde begleitet und unterstützt ihn auch mit Spenden. Paulus bedankt sich dafür bei ihnen mit diesem Brief (Phil.4,10 ff.). Er fühlt sich sehr mit der Gemeinde verbunden und ist in Sorge, dass Pfuscher“, wie in anderen Gemeinden, den Philippern schaden könnten. Deshalb ruft er ihnen in Erin-nerung, was für sie als Gemeinde wichtig ist: Ermahnung in Christus, Zuspruch der Liebe, Gemein-schaft des Geistes, inneres Mitgefühl und Barmherzigkeit. Sie sollen weiterhin darauf achten, so dass niemand ihnen Schaden an ihrem Glauben zufügt und die Gemeinde spaltet. Diese eindringlichen Worte des Paulus, die das Innere des Menschen treffen, gelten in gleicher Weise für unsere Gemein-den. Sie bilden ein tragendes Fundament. Paulus schreibt: „Bleibt nicht bei dem stehen, was ihr er-reicht habt, sondern strebt weiter voran.“ Niemand erwartet Vollkommenheit und niemand kann erwar-ten, dass alles erreicht wird. Mit dieser Erwartung würden wir uns nur ohne Grund einem Stress aus-setzen, der uns keineswegs gut tut. In dem Wissen, dass wir Gottes Kinder sind und er stets bei uns ist, können wir die Worte des Paulus in uns aufnehmen und als Richtschnur unseres Leben sehen. "Seid eines Sinnes. Haltet zusammen, achtet aufeinander. Arbeitet an den gleichen Zielen, lasst einander spüren, dass wir gemeinsam auf dem Wege zu Gott sind." Lied 165. Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder. 6. Du durchdringest alles; lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Haus-genossen." (Epheser 2, Vers 19) .so heißt im Wochenspruch zum 7. Sonntag nach Trinitatis. IDas ist eine großartige Aussage! Wir sind Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen! Das heißt doch eigentlich, wie mit Gott unter einem Dach, gewissermaßen in einer "WG"/Wohngemeinschaft mit Gott, dem Schöpfer aller Dinge zu leben. Klar, mit den natürlichen Sinnen ist diese "WG" (noch) nicht erfahrbar. Erfahrbar und zur Gewissheit wird sie im Glauben. Diese Aussage hat etwas ungemein Tröstliches in sich: Die Gewissheit bereits eine "Zweitwohnung" bei Gott, und damit auch dann eine bleibende Heimat zu haben, wenn wir die Irdische verlieren, erhebt uns - nicht im überheblichen Sinne - über das Weltgeschehen, das wir nun aus einer gewissen Distanz beobachten können, ohne dass es uns allzu sehr erschrecken oder beeinflussen müsste. Jemanden in seinem Haus ein Wohnrecht zu geben, gibt es auch unter Menschen nur dann, wenn eine besonders enge Beziehung vorliegt. Jeden lassen wir nicht in unser Haus und in unsere Wohnung, das einen besonders geschützten Bereich darstellt, der bei uns als "unverletzlich" gilt. Um wie viel mehr bedeutet es, Gottes Hausgenosse zu sein. Darüber sollen wir jeden Tag froh werden.
Bleiben Sie alle gesund und behütet!
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg