Geistlicher Impuls, 7. Sonntag nach Trinitatis

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, 7. Sonntag nach Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Apostelgeschichte 2, 41 -47

41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. 42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 43 Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. 44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. 45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. 46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen. 47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
So schreibt Lukas die Situation der ersten Christen. Welch ein wunderschönes Traumbild einer christlichen Gemeinde. Eine Utopie für uns unerreichbar! Ist es heute nicht eigentlich das Gegenteil der Fall, es kommen nicht 3000 dazu, nein sondern es gehen, treten Jahr für Jahr mehr als 3000 aus der Kirche aus. Einen größeren Gegensatz kann es eigentlich gar nicht geben. Aber fordert uns das nicht geradezu heraus uns auf unserer Grundlage unserer Basis zu besinnen, auf das was Kirche und Gemeinde eigentlich ausmacht und wie sie nach außen wirken soll. Die Predigt des Petrus war so mitreißend, dass es heißt (V37) als die Menschen diese Predigt hörten, „ging es Ihnen durchs Herz.“ Sie waren so berührt vom Wort Gottes, dass sie ihr Leben danach ausrichten wollten. Sie ließen sich taufen, um zur Gemeinde zu gehören. Diese Gemeinschaft in der Gemeinde war geprägt vom Zusammenhalt und davon, dass man aufeinander achtet und füreinander da war. Dieser Gemeinschaftsgedanke ist bis heute unverändert doch derselbe. Dieses Miteinander und füreinander auf der Basis von Gottes Wort, das uns Jesus selbst vorgelebt hat. Verbunden sieht sich die Gemeinde bis heute im Gebet, im ständigen Kontakt zu Gott selbst und untereinander in der Fürbitte. Ein weiters Kennzeichen der Gemeinde Gottes in Jesus Christus sind die Sakramente der Taufe und des Brotbrechens, das Abendmahl. Vielleicht haben wir gerade durch diese Coronazeiten besonders gespürt, wie kostbar das eigentlich alles ist - das Wort Gottes – die Gemeinschaft – das Gebet – und die Sakramente. Nur eingeschränkt und unter besonderen Bedingungen konnte man manches gemeinsam leben. Mögen wir uns wie diese Christen wieder neu mitreißen lassen vom Wort Gottes, dass es auch uns wie damals durch Herz geht.

EG 221 Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen
1. Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen:Wir sind, die wir von einem Brote essen,aus einem Kelche trinken, Jesu Glieder,Schwestern und Brüder.
2. Wenn wir in Frieden beieinander wohnten,Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willendes Herrn erfüllen.
3. Ach dazu müsse deine Lieb uns dringen!Du wollest, Herr, dies große Werk vollbringen, dass unter einem Hirten eine Herdeaus allen werde.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir

Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg