Geistlicher Impuls Erntedank

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, Erntedank

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für den Sonntag, Erntedank senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
2. Korinther 9, 6 - 15 (6) Dies aber [sage ich]: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. (7) Jeder [gebe], wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: Nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. (8) Gott aber vermag auf euch überströmen zu lassen jede Gnade, damit ihr in allem allezeit alles Genüge habt und überströmt zu jedem guten Werk; (9) wie geschrieben steht: `Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit. (10) Der aber Samen darreicht dem Sämann und Brot zur Speise, wird eure Saat darreichen und mehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen, (11) [und ihr werdet] in allem reich gemacht zu aller Freigebigkeit, die durch uns Danksagung Gott gegenüber bewirkt. (12) Denn die Besorgung dieses Dienstes füllt nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überströmend durch viele Danksagungen zu Gott; (13) denn infolge der Bewährung dieses Dienstes verherrlichen sie Gott wegen des Gehorsams eures Bekenntnisses zum Evangelium Christi und wegen der Lauterkeit der Teilnahme gegen sie und gegen alle; (14) und im Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwenglichen Gnade Gottes an euch. (15) Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!`

Der Apostel Paulus macht hier der Gemeinde ganz deutlich, worum es beim Geben eigentlich geht. Es soll nicht aus Pflichtbewusstsein, sondern aus Freude und Dankbarkeit Gott gegenüber, dem wir so vieles in unserem Leben verdanken. Davon hängt auch die Qualität der Gabe ab. Wer kennt das nicht, wenn es um Geschenke geht. Woran haben wir die größte Freude. Nicht am teuersten Verlegenheitsgeschenk, sondern an dem Geschenk, das uns zeigt, hier hat sich einer Gedanken gemacht, womit er uns wirklich eine Freude machen kann.

Wer so schenkt und gibt, sagt damit eigentlich Danke! Danke dass es dich gibt, dass du für mich da bist, Danke für das, was du für mich bedeutest.
Für Paulus war es darum wichtig, dass die selbständigen christlichen Gemeinden die Urgemeinde in Jerusalem nicht vergaßen. Dort war die Urzelle, dort hatte alles angefangen. Dort leben noch Men-schen, die Jesus persönlich erlebt haben. Darum müssen wir den Kontakt halten, weil wir zusammen-gehören. Wir brauchen die Gemeinschaft – die Gemeinschaft im Glauben an Jesus Christus.
Damals und auch heute geht es um diese Einheit der Kirche sowohl im Dank als auch in der Sammlung: Die Frage, wie Kirche in der Welt lebt, wird sich daran bewähren, wie sie sich einsetzt für andere, für Schwache. Die Diakonie ist ein wichtiger Teil ihres Auftrags. Die Diakonie, die sich einsetzt für alle Menschen mit der Vielfältigkeit der Bedürfnisse. Seien es die Kinder in den Kindergärten, die Kranken in den Krankenhäusern oder die älteren Menschen in unseren Häusern.
Zur reichen Ernte gehört auch eine reichliche Saat. Der Sämann darf seine Körnchen nicht abzählen, sondern muss sie ausstreuen, damit sie Frucht bringen. Was wir letztendlich dann ernten, sagt Paulus, liegt in Gottes Hand.
Ich darf dankbar sein für meinen Wohlstand. Ich darf dankbar sein für die Menschen, die mich begleiten und dankbar sein, für all das Gute, das ich täglich von Gott empfangen darf. Und aus diesem Wissen und dieser Erfahrung heraus, kann ich dann auch dankbar und großzügig gegenüber meinem Nächsten sein. Danken, dass wir Schwestern und Brüder sind und als solche füreinander und für andere da sein können.

(8) Gott aber vermag auf euch überströmen zu lassen jede Gnade, damit ihr in allem allezeit alles Genüge habt und überströmt zu jedem guten Werk.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn! Am ersten Sonntag im Oktober wird in den Kirchen das Erntedankfest gefeiert, der traditionelle Abschluss der Erntezeit. Der Sommer endet mit einem Dank an Gott für die Ernte, für den Ertrag eines Jahres, der uns das „satte“ Überwintern sichern möge. Am Erntedankfest ist die Kirche festlich geschmückt mit Obst und Gemüse, mit Kornähren und Son-nenblumen. Traditionell steht der Dank für die Ernte im Mittelpunkt – und dazu Dank für alles, was gelungen ist. Das Erntedankfest erinnert daran: Was wirklich wichtig ist im Leben, können wir nur empfangen. Wachstum und Gedeihen liegen in Gottes Hand. Aber: auch wir sind Mitschöpferinnen und Mitschöpfer, wenn es darum geht, die Erde als Lebensraum zu erhalten.

Besinnen wir uns darauf, woher wir kommen und wohin wir gehen: Von der Erde bist du genommen und zu Erde wirst du wieder werden… „Mutter“ Erde ist Heimat und Aufgabe zugleich. Ein achtsames Leben ist angesagt, dass wir den Boden bereiten für das, was wachsen will – ganz real und auch im übertragenen Sinn. Also: ein verantwortliches Leben führen, das die Schätze der Welt schont und erhält.

Bleiben Sie alle gesund und behütet!
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg