Geistlicher Impuls, Ewigkeitssonntag

Ewigkeitssonttag

Ewigkeitssonttag

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, Ewigkeitssonntag

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zum Ewigkeitssonntag senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Offenbarung 21
(1) Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
(2) Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
(3) Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein.
(4) Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen.
(5) Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig.
(6) Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.
(7) Wer überwindet, wird dies erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.
Welch trostreiche und ansprechende Bilder vermittelten uns hier der Seher Johannes. Gott wird alle Tränen abwischen, es wird kein Leid und keine Schmerzen mehr geben. Ja selbst der Tod ist nicht mehr. Diese Worte und Bilder des Johannes wollen uns trösten, stärken und unseren Blick hoffnungsvoll nach oben lenken. Wir brauchen nicht deprimiert und tatenlos in den Himmel starren, sondern mutig mit Gotte unseren Weg gehen. Wenn wir die Wege so gehen, kann ein Stück Himmel auf Erden sichtbar werden. Die neue Stadt, das neue Jerusalem entstehen. Johannes hat seine Visionen in Erinnerung an die Erfahrung mit Jesus aufgeschrieben. Die Menschen kamen mit Ängsten und Sorgen, die sie quälen, aber Jesus war einer, der mit seinem Leben und Wirken zeigte, dass er mit ihnen im gleichen Boot saß. Jesus hat für die Menschen Partei ergriffen, hat sie aus den Ängsten herausgeholt, hat die Trauer der Menschen ernst genommen und sie getröstet. In einfühlsamen Begegnungen, im engagierten Eintreten gerade für diese Menschen. So hat er uns Gott ganz nahe gebracht. Wir werden auch dieses Jahr, am Ewigkeitssonntag, an unsere Gräber gehen, wir vergegenwärtigen uns Vergangenes und lassen es wieder lebendig in uns werden. Aber wir bleiben nicht an den Gräbern stehen, bleiben nicht in der Trauer verhaftet. Wir machen uns auf den Weg mit Gottes Zuspruch „Ich bin bei euch.“ Mit diesem Zuspruch für uns und andere dürfen wir getrost nach vorne schauen in dem Wissen, dass er alles neu machen wird .Gottes wahrhaftige Worte eröffnen uns Zukunft und lassen das Wunder des Neuwerdens geschehen. Denn Gott ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit.
EG 533
1.Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.
2. Es münden alle Pfade durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.
3. Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.

Unser Vater, du bist das Licht der Welt. Dein Licht schenkt Hoffnung in den Dunkelheiten unseres Leben. Am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag, gedenken wir unserer Verstorbenen - das ist ein Tag, an dem wir zurückblicken auf Vergangenes, auf Zeiten, die wir zusammen mit Menschen verbracht haben, die von uns gegangen sind, auf Stunden der Begegnung, wie auch auf Momente des Abschiednehmens, auf Gutes und Schweres, auf Glück und Schmerz.

Es ist ein schöner und anrührender Brauch, für Verstorbene eine Kerze anzuzünden. Kerzen begleiten besondere Momente. Geburtstagskerzen und Lebenslichter markieren Anfang und Ende des Lebens. Das Licht der Kerzen erinnert uns an Christus. Durch ihr Entzünden verbinden wir unsere Lieben, unsere Anliegen, unsere Freuden und Nöte mit der Kraft und dem Trost, den wir in Christus finden. So sind sie Zeichen unserer brennenden Hoffnung auf ihn.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg