Geistlicher Impuls Exaudi

Vatern Unser...

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls Exaudi

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls Exaudi senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Aus Psalm 27

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft;
vor wem sollte mir grauen?
Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne:
dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang,
zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn
und seinen Tempel zu betrachten.
Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,
er birgt mich im Schutz seines Zeltes
und erhöht mich auf einen Felsen.
Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und erhöre mich!
Mein Herz hält dir vor dein Wort:
»Ihr sollt mein Antlitz suchen«.
Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht
und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,
aber der Herr nimmt mich auf.
Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde
die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.
Harre des Herrn! Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!


Dieses Psalmwort erinnert sehr an den 23. Psalm: „Der Herr ist mein Hirte“. Es trägt in den ersten Versen diesen bekenntnishaften Charakter und spiegelt ein scheinbar unerschütterliches Gottvertrauen. Es lässt den Beter trotz aller Unwägbarkeiten und Unsicherheiten im Leben zuversichtlich und unerschrocken nach vorn blicken. Er sieht zwar realistische und auch böse Zeiten in seinem Leben, trotzdem ist er von dem Vertrauen geprägt, dass Gott ihn durch diese Zeiten begleitet und beschützt. Gott ist sein Licht, das ihm in dunklen Zeiten den richtigen Weg zeigt, so dass er sich eigentlich nicht fürchten muss. Doch plötzlich schwenkt dieses Vertrauen um, und man sieht einen Menschen vor sich, der sich in großer Not befindet. Er hat nur den einem Wunsch, nicht von Gott verstoßen zu werden. “Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!“ Er braucht die Geborgenheit zu Bewältigung seines Lebens gerade dann, wenn er sich von aller Welt verlassen und sich allein fühlt, wenn seine Familie und seine Freunde ihn verlassen haben. Dieser Psalm spiegelt alle Nuancen des Lebens wider und gibt Kraft, durch die freudige Hoffnung in dem Wissen, dass Gott alle Wege mit uns geht. Es sind Worte die uns vor Augen führen, dass wir uns auf Gott und seine Zusagen in allen Lebenslagen verlassen können. Nehmen wir die Aufforderung ganz persönlich:

Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!
Lied 329

1. Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hierher hat er mich geleit’, bis hierher hat er mich erfreut, bis hierher mir geholfen.

2. Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank für die bisher’ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hierher mir geholfen.

3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden. Damit sag ich bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg