Geistlicher Impuls für Jubilate 2020

Welt Evangelisches Stift Freiburg

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Geistlicher Impuls für Jubilate 2020

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für Jubilate 2020 senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut!
Genesis 1

Die Erde ist nicht selbstverständlich!

Ich denke, dass wir mit unserer Erde oft etwas zu selbstverständlich und gedankenlos umgehen. Wir benutzen sie häufig nur als Material, um etwas herzustellen. Die Rohstoffe sind offensichtlich nur dazu, da um sie zu verarbeiten und zu verbrauchen.

Wenn wir uns Gedanken über unser Verhalten machen und nicht einfach alles als gegeben hinnehmen, dann können wir nur ehrfürchtig staunen, über die Schönheit und Fülle in unserer Welt. Dieses Staunen lässt uns die Schöpfung Gottes in einem neuen Licht sehen von dem wir uns berühren lassen. Daraus folgt die Verantwortung, die uns übertragen ist und die Einsicht, dass wir nur ein Teil dieser Erde sind. Deshalb ist ein Staunen wieder nötig, das uns bewusst macht, dass unsere Welt nicht einfach nur „Verbrauchsmaterial“ ist. Ein Staunen, über ein kleines Pflänzchen, über den Einklang von Himmel und Erde, wie es unseren Vätern und Müttern noch bewusster war. Ein Staunen, das uns Herz und Sinn öffnet, dass wir mit der uns anvertrauten Erde bewusst umgehen, um sie gemeinsam zu bewahren.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut!

Gebet:

Herrgott, Schöpfer des Himmels und der Erde, du hast uns diese Welt anvertraut, weise geordnet und sie ist voll deiner Güter. Die Sorge um die Zukunft, besonders die Zukunft unserer Kinder, bedrückt uns und nimmt uns zurzeit die Freude an deiner guten Schöpfung. Wir bitten dich, öffne unsere Augen und Herzen, damit wir die Schönheit deiner Schöpfung neu wahrnehmen können und daraus Kraft und Hoffnung schöpfen um zuversichtlich nach vorn zu sehen.

Alles was wir selbst auf den Herzen haben bringen wir in der Stille vor Dich.

Stille
Wir bitten Dich erhöre uns
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Schöpfung und neues Leben

Schöpfung und neues Leben, das sind Themen des Sonntags Jubilate. „Jubilate – Jubelt!“ - der 3. Sonntag nach Ostern heißt Jubilate, nach dem Leitvers zum Eingangspsalm: Jauchzet Gott alle Lande (aus Psalm 66). Die Osterfreude dauert an und spiegelt sich in dem Gedanken einer neuen Schöpfung, den der Wochenspruch dem Sonntag als Überschrift setzt:
Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2 Kor 5,17

Was gibt es denn Neues?

Ich bin ein Mensch. Schuldig. Egoistisch. Stur. Aber ich kann auch anders. Das ist die neue Erfahrung. Ich darf täglich erleben, wozu mich Gott bestimmt hat. Nämlich menschlich zu leben, ohne dabei zu verlieren. Umzukehren, ohne verlacht zu werden. Hoffnung zu haben, auch gegen allen Anschein. Die neue Voraussetzung, dass Christus ein Teil von mir und ich von ihm sein darf, rückt vieles, ja alles in ein anderes Licht

Bleiben Sie alle gesund und behütet!
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg