Geistlicher Impuls für Kantate 2020

Klassisches Konzert im Haus Schloßberg

Klassisches Konzert im Haus Schloßberg

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls für Kantate 2020

Eine andere Form des geistlichen Impuls

Da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls für Kantate 2020 senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Und an jenem Tag wirst du sagen: Ich preise dich, HERR! Ja, du hast mir gezürnt. Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest! Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin voller Vertrauen und fürchte mich nicht. Denn der HERR, ist meine Stärke und mein Loblied, und er ist mir zum Heil geworden.
Jesaja 12, 1+2

Singt dem Herrn ein neues Lied

Dieses Lied, das Jesaja singt, ist nicht neu. Es kommt uns altbekannt vor, nicht nur weil es so alt ist, sondern weil es an andere Lieder anknüpft und sie verwendet. Für mich ist es auch ein Zeichen. Wer Gott loben will, darf sich in tief eingefahrenen Spuren bewegen. Wichtig ist, dass meine Art, Gott zu loben, authentisch ist und mein ureigenstes Gotteslob ist und bleibt. Wir dürfen von Neuem herausfinden, wie wir unseren Glauben ausdrücken und leben können.

Wir dürfen auf dem Fundament, das uns überliefert ist, neue, eigene Worte finden. Dort, wo Menschen das Gefühl haben, dass Gott den Druck von ihnen nimmt, entstehen Freiheit, neue Kraft und Stärke. Es entsteht eine Zuversicht, aus der nicht nur der Einzelne, sondern auch die Gemeinschaft Kraft schöpfen kann. Kantate: Wir dürfen singen und dürfen Gott loben. Wir dürfen unsere Trauer und Verzweiflung vor Gott bringen. Wir dürfen uralte Worte und Sätze ganz besonders aus den Psalmen, z.B. dem 23 Psalm des guten Hirten, benutzen und neue formulieren. Wir dürfen ihm alles singend und betend anvertrauen. Musik, so sagt unser Kirchenvater Martin Luther, ist ein Geschenk Gottes. Sie vertreibt den Teufel und macht den Menschen fröhlich. Die Musik hat eine große Bedeutung für den Glauben und für die Seele des Menschen. So können und dürfen wir uns an diesem Geschenk Gottes immer wieder neu erfreuen und Kraft und Zuversicht tanken
Singt dem Herrn ein neues Lied.

Gebet:

Du Gott der Güte und Barmherzigkeit,
dir singen wir aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele
von dem Leben, das du uns schenkst,
von allem, was in uns und um uns sich regt und bewegt.
Dir singen wir mit Freude, mit Kraft
Das Lied der Hoffnung, die in uns ist.
Stille

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Um Musik und Gesang drehen sich die biblischen Lesungen am kommenden Sonntag, Kantate (Singt!). "Namensgeber" ist der Beginn des 98. Psalms, dem Wochenspruch: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Der ganze Psalm ist voller Musik, voller Euphorie. In dieser Jahreszeit klingt und singt die Natur ganz besonders und so soll auch der Mensch einstimmen in diesen Lobgesang. Wer kennt das nicht? Da wandert man durch Felder und Wiesen, vorbei an summenden Bienen, zwitschernden Vögeln, an rauschenden Wäldern und plätschernden Bächen. Alles singt, klingt und jubiliert und man möchte am liebsten mitjubilieren. Aber nicht immer scheint die Sonne und aus dem Rauschen des Waldes wird ein brüllender Sturm und der plätschernde Bach zum donnernden Strom... Wenige menschlichen Künste sind so nah an der Seele des Menschen wie die Musik. Es gibt Lieder, die können uns trösten und aufrichten, auch aus Lagen, wo sonst kein Wort uns mehr erreicht. Es gibt welche, in denen wir unsere Trauer und Verzagtheit so wiederfinden, dass wir sagen: „Ja, so ist es, das fühle ich auch so! Endlich habe ich Worte dafür gefunden.“ Andere Lieder können uns zum Fliegen bringen. Sie machen uns so glücklich, dass wir schier abheben könnten.

Fragen Sie sich doch einmal, welches ihr Lieblingslied ist. Manchmal kann das wechseln, je nach Lebensalter und Lebenslage. Aber es gibt sicherlich immer eines, in dem sie sich jetzt wiederfinden. Darum: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Bleiben Sie alle gesund und behütet!
 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg