Geistlicher Impuls, letzter Sonntag nach Epiphanias

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, letzter Sonntag nach Epiphanias

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zum letzten Sonntag nach Epiphanias senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
17, 1 Die Verklärung Jesu Matthäus 17,1-9

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Mit diesem Sonntag geht nun die Weihnachtszeit zu Ende. Noch einmal erleben wir viel Licht in diesem Evangelium von der Verklärung Jesu. Noch einmal vor Ostern durchschreiten wir die Heilsgeschichte von Gott her, bevor wir dann den Leidensweg mit Jesus zum Kreuz gehen. Was verbinden wir mit dem Wort „Verklärung“? Doch eher etwas von dieser Welt Abgehobenes, das nicht zu unserer rationalen, nüchternen Welt passt. Wenn wir das Wort „Verklärung“ analysieren stellen wir fest, dass es um Klarheit geht und nicht um etwas Mystisches. Man könnte sagen, hier öffnet sich ein kleiner Spalt für die Jünger, und sie können etwas von der Herrlichkeit und dem Wesen Gottes wahrnehmen. Ihnen wird klar, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes. Als Petrus noch redete, überschattete sie eine lichte Wolke und eine Stimme aus der Wolke sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“ Gott bekennt sich noch einmal zu seinem Sohn, so wie in der Taufe. (Math. 3,13 ff.).

Die wichtige Botschaft dabei ist aber, dass die Jünger auf Jesus hören sollen. Sie sollen hören auf das, was er ihnen und den Menschen von Gott und seiner Liebe und Barmherzigkeit predigt. Sich ein Beispiel zu nehmen an seinem Verhalten den Menschen gegenüber. Jesus schließt niemanden aus, noch verurteilt er die Menschen. Er heilt, er holt sie von den Rändern der Gesellschaft und gibt ihnen Hoffnung. Er spricht Mut und Zuversicht zu, damit sie getrost ihren Lebensweg weitergehen können. Sei es Zachäus, der königliche Beamte oder die Ehebrecherin. Dieses Ereignis zeigt uns, dass wir - wie die Jünger – lernen, auf sein Wort zu hören und das Licht Gottes erkennen. Jesus sagt, dass er das Licht der Welt sei und wir in diesem Licht leben dürfen. Die Schatten verlieren ihre Kraft in diesem Licht und ihre Macht. So darf ich mich immer wieder neu in dieses Licht stellen, damit die dunkeln Schatten aus meinem Leben weichen. Ich darf auf das hören, was Jesus auch mit zusagt.

„Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe!“ (Joh.12,46 ff.)
Lied 70
1. Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben.
7. Wie bin ich doch so herzlich froh, dass mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart` ich mit Verlangen.

Gedanken zum Wochenspruch
Endlich werden die Tage wieder länger. Die dunkle Jahreszeit zieht sich von Tag zu Tag mehr zurück. Im persönlichen Leben geschieht dies nicht immer mit der gleichen Gesetz- mäßigkeit. So richtete sich der Wochenspruch an Menschen, die die Schattenseiten des Lebens erlebt haben.
Es soll nicht dunkel bleiben in unserer Welt. Das Vergangene soll uns nicht mehr quälen. Lasten sollen uns nicht mehr bedrücken. Alles, was ängstigt und bedrängt, muss weichen. Denn wenn Gott kommt, erstrahlt die Welt in seinem Licht. Sein Licht erhellt die Schatten unseres Lebens immer wieder. So hat der Prophet Jesaja schon verheißen: „Über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes 60,2)
Gottes Stern ist aufgegangen, unserem Leben das Ziel zu weisen; sein Wort soll unser Leitstern sein, in seinem Licht können wir unsere Wege gehen.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg