Geistlicher Impuls, Sonntag Okuli

Gemeinsam beten wir

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls, Sonntag Okuli

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zum Sonntag Okuli senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Eph 5,1-9 Das Leben im Licht

So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört, auch nicht von schändlichem Tun und von närrischem oder losem Reden, was sich nicht ziemt, sondern vielmehr von Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das ist ein Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Diese Worte des Apostel Paulus sind der vorgegebene Predigttext für den kommenden Sonntag Okuli.

Deutliche Worte. Der Apostel redet nicht drumherum. Er sagt ohne Umschweife was er von einem Menschen erwartet, der sich Christ nennt. Er spricht aus, was vielen nicht passt. Max Frisch schreibt: "Du musst deinem Mitmenschen die Wahrheit hinhalten wie einen Mantel. Hineinschlüpfen muss er können.“ Wir sollen einander die Wahrheit annehmbar machen, sie aber nicht verdunkeln und nicht beschönigen. Immerhin: Es geht um die Wahrheit und wer sich von ihr bestimmen lässt. Dabei steht etwas Existentielles auf dem Spiel: Der Zorn Gottes oder der Platz in Gottes neuer Welt.
Paulus redet unverblümt: “Gemeines, albernes und zweideutiges Geschwätz, das schickt sich nicht, sondern vielmehr Danksagung (V 4). Paulus hat ganz klare Vorstellungen und Zielangaben für einen Christen. Er warnt vor Gefahren, die das Seelenheil bedrohen. „Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten“. Das hat Konsequenzen nicht nur für den, der sich verführen lässt, sondern auch für den Verführer;“ denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams“ (V 6). Wir möchten doch unser Leben an der Wahrheit Gottes orientieren! Damit übernehmen wir aber auch die Aufgabe, draußen von der Sache Gottes zu reden, sein Wort und seinen Willen zu bezeugen. Doch Pauls bleibt nicht stehen bei diesen recht harten und unverblümten Worten, die mutlos und hoffnungslos machen würden, sondern er sagt ebenso klar, dass wir bereits jetzt schon durch Jesus Christus im Lichte Gottes stehen dürfen. Er führt uns deutlich die Auswirkungen dieses Lichts auf unser Leben vor Augen, wenn wir uns in diesem Licht bewegen. „Wandelt als Kinder des Lichts“; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Von Herzen wünsche ich uns allen in diesen schwierigen und anstrengenden Zeiten viel Licht von oben, damit wir in dieser Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit leben können und sie auch weitergeben.

Lied 74 1. Du Morgenstern, du Licht vom Licht, das durch die Finsternisse bricht, du gingst vor aller Zeiten Lauf in unerschaffner Klarheit auf.
2. Du Lebensquell, wir danken dir, auf dich, Lebend’ger, hoffen wir; denn du durchdrangst des Todes Nacht, hast Sieg und Leben uns gebracht.
3. Du ewge Wahrheit, Gottes Bild, der du den Vater uns enthüllt, du kamst herab ins Erdental mit deiner Gotterkenntnis Strahl.
4. Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht, führ uns durch Finsternis zum Licht, bleib auch am Abend dieser Welt als Hilf und Hort uns zugesellt.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg