Geistlicher Impuls Pfingsten

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls Pfingsten

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zu Pfingsten senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
Apg. 2,1-4 Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Pfingsten ist das dritte große Fest in diesem Kirchenjahr nach Weihnachten und Ostern. Mit Pfingsten, dem letzten großen Fest des Kirchenjahres können viele offenbar nur noch wenig anfangen. Weihnachten ist klar, Ostern wird schon unklarer und Pfingsten ist völlig unklar. Dabei ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche. Zu Pfingsten gibt es zwei Wochen Schulferien, so wie zu Weihnachten und zu Ostern. Nur, so fragt man sich, was ist der ursprüngliche Sinn dieses Festes? Was feiern wir Christen da? Was ist das für ein wichtiges Ereignis, dass es sogar zwei Feiertage dafür gibt? Der inhaltliche Aspekt, worum es an Pfingsten geht, ist bei vielen Menschen heute nicht mehr im Bewusstsein verankert. 50 Tage nach Ostern feiern wir Christen Pfingsten als den Tag, an dem die Jünger Jesu „mit dem Heiligen Geist erfüllt“ und zur Verkündigung des Evangeliums bevollmächtigt wurden. Aus den mutlosen, verängstigten Jüngern nach dem Tod Jesus, werden Menschen, die vom Geist ergriffen und er-füllt werden, werden Menschen, die von der Botschaft Feuer und Flamme sind und das Evangelium zu den Menschen bringen. Sie werden vom ruach (hebr.) und pneuma (griech.) d. h. so viel wie "Windhauch", "Lebensodem", "Atem", "göttliche Kraft" erfüllt und können so ihrem Auftrag, Gottes Wort zu verkünden, nachkommen. Er gibt ihnen die Kraft, sich auch dort zu Gott zu bekennen, wo sie auf Widerstand, Ablehnung und Gewalt treffen. Wenn wir auf unsere so mutlose und unsichere Zeit schauen, die oft auch in unserer Kirche zu finden ist, wünscht man sich diesen Geist, der uns in Feuer und Flamme versetzt, um als Christen wieder mehr zu leuchten und um andere mit der frohen Botschaft des Evangeliums mitzureißen. Der Geist, der sich Pfingsten in die Herzen der Menschen ergossen hat, ist kein anderer als der Geist Gottes. Er ist das Lebenselixier unserer Kirche.
Wenn wir dem Geist Gottes in unseren Herzen Raum geben, dann wird er Früchte tragen. Paulus sagt: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“, und er fordert uns Christen auf: „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln“ (Galater 5, 22 f.).
Wie treffend sind doch die Worte von Philipp Spitta von 1833:

EG 136

1. O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.
2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt: Komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.
3. Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je; darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du musst uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu und musst uns ganz befreien von aller Menschenscheu.
4. Es gilt ein freies Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium.
7. Du Heilger Geist, bereite das Pfingstfest nah und fern: mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, dass wir in Freud und Schmerzen das heil ihr machen kund.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg