Geistlicher Impuls Trinitatis

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Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls Trinitatis

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls Trinitatis senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“ (2. Kor, 13,13)

Der Wochenspruch bzw. dieser Gruß am Anfang des Gottesdienstes oder am Anfang der Predigt nimmt das Thema des Sonntags Trinitatis auf: Gott ist einer. Und ist zugleich drei: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Dieser Sonntag feiert das Geheimnis Gottes, dessen Wesen mit den Möglichkeiten menschlicher Vernunft nicht zu begreifen ist. Es ist und bleibt ein Geheimnis um Gott, der drei ist und eins, der eins ist und drei. Drei in einem - ein Gott, der sich den Menschen auf unterschiedliche Art und Weise zeigt: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
In unserem Sprachgebrauch hat die Zahl "drei" nicht nur die Aufgabe eine bestimmte Menge anzugeben, sie dient auch dazu, etwas Vollkommenes zu beschreiben. Wenn etwas drei ist, dann ist es vollkommen. Wir kennen Beispiele wie:
• Aller guten Dinge sind drei.
• Ich zähle bis drei, dann...
• Die gute Fee im Märchen erfüllt drei Wünsche.
Um die "vollkommenen Drei" geht es auch heute, am Tag der Heiligen Dreifaltigkeit. Dieses Fest steht am Ende des festlichen Kirchenhalbjahres, oft geht es einfach unter. Diesem Tag fehlen die festlichen Bräuche, wie sie Weihnachten und Ostern haben. Aber auch der Inhalt dieses Sonntages ist schwer zu verstehen - es ist gegen alle Vernunft, dass drei Personen gleich ein Gott sind. Dennoch gibt es drei gute Gründe, warum wir dieses Fest dankbar begehen sollen. Drei Gründe, die schon Martin Luther in seiner Erklärung zum zweiten Hauptstück als Überschriften gewählt hat. Drei gute Gaben, durch die wir alles haben: Die Schöpfung - Die Erlösung - Die Heiligung.
Die erste gute Gabe Gottes, die Schöpfung, kommt allen Menschen zugute. Wir alle sind Geschöpfe Gottes und leben täglich aus seiner Gnade. Eigentlich müsste es auch jeder erkennen, dass er Teil einer wunderbaren Schöpfung ist. Der Verstand, mit dem wir ausgerüstet sind, kann hinter all den Wundern der Schöpfung nur das Werk eines allmächtigen Gottes erkennen - angesichts dieser Schöpferkraft singt der Psalm zu Recht: "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt." (Psalm 19) Doch was wären die Freuden dieser Welt, ohne die Hoffnung, die uns die zweite Gabe schenkt: Die Erlösung.
Wenn uns schon die Gabe Gottes der Schöpfung zum Staunen bringen muss, wie sehr gilt das für die Erlösung. Wie gehen wir mit den Gaben der Schöpfung um? Oft sind wir undankbar und lieblos im Umgang mit den Gaben Gottes. Dennoch handelt Gott anders, als wir denken, denn "Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat." Die zweite gute Gabe ist die Gnade unseres Herrn Jesus Christus - Paulus schriebt uns dazu: "Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen." (Epheser 2,4-10) Aus Gnade seid ihr selig geworden, das ist eine große Erkenntnis. Erlösung bedeutet Freiheit.
Nun gilt es in dieser Freiheit zu leben. Wie kann das gelingen? Durch leben in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Er hat in uns den Glauben geweckt und er erhält diesen Glauben auch. Heilig ist nicht der, der z. B. vor Menschen mit besonderen Taten glänzen kann... Heilig ist nur der, dem die Heiligkeit als ein Geschenk überreicht wurde.
Aller guten Dinge sind drei. Drei gute Gaben sind es, die wir dem dreieinigen Gott verdanken. Mögen wir für jede dieser Gaben offene Augen und Herzen haben und sie auch als Aufgabe verstehen.
Lied: EG 139 - Gelobet sei der Herr 1 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein' Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan.
2 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut.
3 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.

Gebet:
Herr, dreieiniger Gott, du hast uns geschaffen, du hast uns als deine Kinder angenommen und von der Bindung an Schuld und Verzagtheit befreit. Wir aber müssen zugeben, dass wir oft selbstherrlich mit dem umgehen, was du uns anvertraut hast, mit den Menschen, mit den Gütern dieser Welt. Uns fehlt die Demut, unser Leben, unsere Mitmenschen und die ganze Schöpfung als deine Gabe anzunehmen. Wir bitten dich: Herr vergib uns unsere Schuld und erbarme dich unser.
Mit Jesu Worten bitten wir:
Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg