Geistlicher Impuls, 4. Advent

4. Advent

4. Advent

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・Evangelisches Stift Freiburg

Geistlicher Impuls zum vierten Advent

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls zum 4. Advent senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!“

Philipper 4, 4 + 5b

Dieses Wort war damals und ist in gleicher Weise noch heute als Ermutigung in schweren Zeiten, als Einladung zu sehen. Du darfst dich heute freuen, auch wenn du Angst hast oder leidest, wenn du vor Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, Beziehungsstreit oder Kränkungen nicht weiterweißt. Du darfst dich freuen, weil Befreiung nahe ist.
Dieses Gotteswort am 4. Advent ist geprägt von dem Bewusstsein, dass sich schon seit zweitausend Jahren Menschen einander mit diesen Worten ermutigen und trösten. Die Treue Gottes wird sichtbar, wenn wir zu Weihnachten in die Krippe schauen. Dann dürfen wir bekennen: Dieser Gott ist treu. Er hat diejenigen besucht, die Hilfe brauchen und er wird auch mich besuchen.
Es bleibt ein Anklang an das Magnifikat. Er stößt die Mächtigen vom Thron. Er ist gekommen, die Menschen zur Demut zu führen. Zu jenem Mut der lehrt, die Brüchigkeit eigener Pläne zu erkennen und auf Gott zu vertrauen, der treu ist.

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! „
EG 32 Zu Bethlehem geboren
1. Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein Eigen will ich sein, eia, eia, sein Eigen will ich sein.
2. In seine Lieb versenken, will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab, eia, eia, und alles, was ich hab.
3. O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr, in Freuden und in Schmerzen, je länger mehr und mehr, eia, eia, je länger mehr und mehr.
4. Dazu dein Gnad mir gebe, bitt ich aus Herzensgrund, dass dir allein ich lebe, jetzt und zu aller Stund, eia, eia, jetzt und zu aller Stund.

Dass Jesus, der Sohn Gottes, in einem Stall geboren wird, hat schon vor 2.000 Jahren alle traditionellen Erwartungen an ein festliches Ereignis über den Haufen geworfen. Insofern sind unerwartete Umstände eigentlich eine weihnachtliche Urerfahrung der Christenheit: Gott kommt meist anders, als wir denken.

Feiern wir in diesem Sinne den 4. Advent. Es ist die Zeit der Vorfreude wegen des Kommens Christi. Das große Fest des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ist nahe und darum wird uns zugerufen: „Freuet euch in dem Herrn alle-wege; und abermals sage ich: Freuet euch. Der Herr ist nahe.“ (Phil 4, 4.5)

Trotz all der vielen Lichter will es bei vielen Menschen nicht hell werden. Doch als Christen haben wir Grund zur Freude. Paulus sieht die Freude als Grundhaltung eines Christen. Entzünden wir somit die vierte Kerze am Adventskranz als Zeichen der Freude und verkünden damit: Christus kommt als Licht in unser Dunkel. Seine Ankunft als Kind in der Krippe zeigt aller Welt bleibend die Güte und die Freundlichkeit Gottes.
In diesem Glauben und Vertrauen beten wir:

Vaterunser: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser Tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg