Geistlicher Impuls 25.09.2022

Pfarrstelle Evangelisches Stift Freiburg ・25.09.2022

Geistlicher Impuls

Eine andere Form des geistlichen Impuls

da es zur Zeit keine Gottesdienste geben darf, möchte ich Ihnen gerne auf diesem Weg einen geistlichen Impuls senden, Sie alle herzlich grüßen und Ihnen vor allem Gottes Schutz und Segen wünschen.
 

Ihre Stiftspfarrerin

Ulrike Oehler


 

Prediger 4,6-12

6 Besser eine Hand voll mit Ruhe,

als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

7 Wiederum sah ich Eitles unter der Sonne:

8 Da ist einer, der steht allein und hat weder Kind noch Bruder,

doch ist seiner Mühe kein Ende, und seine Augen können nicht genug Reichtum sehen.

Für wen mühe ich mich denn und gönne mir selber nichts Gutes?

Das ist auch eitel und eine böse Mühe.

9 So ist's ja besser zu zweien als allein;

denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe.

10 Fällt einer von ihnen, kann der eine dem anderen aufhelfen.

Weh aber dem Einsamen, der allein ist, wenn er fällt!

Dann ist kein Zweiter da, der ihn aufrichtet.

11 Auch, wenn zwei beieinanderliegen, wärmen sie sich;

wie kann ein Einzelner warm werden?

12 Und. Wenn jemand den einen angreift,

so leisten ihm beide Widerstand.

Und gar: Die verdreifachte Schnur wird nicht so rasch entzweigerissen.

Der Prediger benennt klar und deutlich die Schwierigkeiten, wenn man der Ansicht ist, im Leben ohne Familie und Freunde zurechtzukommen. Man glaubt, die Gemeinschaft, das Miteinander nicht zu brauchen und dass man ganz allein besser zurechtzukommen kann. Doch schon von Anfang an läßt Gott den Menschen nicht allein auf sich gestellt. Er sagt ihm, dass er ihm einen gleichwertigen Partner zur Seite stellen will, der um ihn sei (Gen. 2,18). Das heißt, ihm einen Menschen zur Seite zu stellen, der das Leben mit ihn teilt und mit ihm das Leben bewältigt. Wie immer findet der Prediger (7+8) Beispiele aus dem Leben, um seine These zu untermauern. „Die Menschen seiner Zeit sind offensichtlich geschäftige Kaufleute, die sich abmühen und plagen und auf Reisen auf hilfreiche Mitmenschen angewiesen sind, um die Strapazen und vielen Gefahren zu meistern.“ (Aare Lauha: Kohelet).

 

Der Prediger verweist darauf, dass das Leben zu zweit besser zu bewältigen ist und Beschwerlichkeiten leichter überwunden werden können. Wenn man zu zweit in einer klaren Nacht unterwegs ist, kann man sich gegenseitig wärmen und ist vor Angriffen besser geschützt. Er schließt seine Ausführungen mit einem Sprichwort: „Die verdreifachte Schnur wird nicht so rasch entzwei gerissen“. Er hat in seinen Versen die Gemeinschaft der Menschen im Blick und die große Bedeutung des gegenseitigen Miteinander und Füreinander.

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen

 

Carsten Jacknau

Vorstand des Evangelischen Stift Freiburg